Weiterbildungsprogramm Allgemeine Innere Medizin

Die Weiterbildung umfasst eine gemeinsame Basisweiterbildung, aber eine unterschiedliche Aufbauweiterbildung für den Hausarzt und den Spitalinternisten. Die Curricula der Aufbauweiterbildungen sind modular zusammengestellt und ermöglichen eine grosse individuelle Freiheit bei der Wahl von Art und Dauer der Disziplinen. Die gesamte Weiterbildung kann im Teilzeitpensum (minimal 50%) absolviert werden.

Im Weiterbildungsprogramm finden Sie alle nötigen Voraussetzungen zum Erlangen des Facharzttitels „Allgemeine Innere Medizin“ sowie des Schwerpunkts „Geriatrie“. 

Für die Regelung des Weiterbildungsprogramms AIM ist das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF zuständig. Alle wichtigen Informationen finden Sie auf der Website des SIWF. Bei Fragen zum Weiterbildungsprogramm AIM wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des SIWF (SIWF@fmh.ch; 031 359 11 11).

Praktischer Arzt

Mit einer verkürzten Weiterbildungsphase (3 Jahre) kann der Titel „Praktischer Arzt" erworben werden. Das dazugehörige Weiterbildungsprogramm finden Sie hier.

Lernzielkataloge

e-Logbuch

Das e-Logbuch ist eine vom SIWF (Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung) zur Verfügung gestellte Online-Datenbank, mit welcher angehende Fachärzte ihre Weiterbildung (Interventionen, SIWF-Zeugnisse, Evaluationsgespräche, Prüfungen, Arbeiten, Kurse) fortlaufend dokumentieren können und sollten, denn die regelmässige Führung des e-Logbuchs ist die Grundlage für die Anerkennung der Weiterbildungszeit. Es steht grundsätzlich allen Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung, unabhängig davon ob Sie FMH-Mitglied sind oder nicht. Voraussetzung für die Benutzung des e-Logbuchs ist die Registrierung als Arzt/Ärztin und ein Login-Konto für myFMHMit dem vollständig ausgefüllten e-Logbuch kann am Ende der Weiterbildung direkt das Titelgesuch eingereicht werden

Arbeitsplatz-basierte Assessments (Mini-CEX und DOPS)

Die arbeitsplatzbasierten Assessments AbA’s (Mini-CEX und DOPS) stellen Evaluationsinstrumente im Weiterbildungsalltag dar. Alle Weiterbildungsstätten sind verpflichtet, 4 AbA’s pro Jahr durchzuführen. Die AbA’s werden auf separaten Formularen erfasst und ausgewertet. Im e-Logbuch ist lediglich festzuhalten, ob und wann die Evaluation stattgefunden hat.

Anerkannte Weiterbildungsstätten

Die Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten. Das sind Spitäler bzw. deren Abteilungen und Stationen, Kliniken, Institute, Spezialanstalten, Ambulatorien, Arztpraxen und weitere in der Medizin tätige Institutionen, die spezielle Kriterien erfüllen müssen. Seit vielen Jahren publiziert das SIWF pro Fachgebiet sämtliche zur Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten zertifizierten Weiterbildungsstätten. Die Daten werden täglich aktualisiert und können im SIWF-Register abgefragt werden. Zudem finden Sie auf der Spitalplattform des VSAO weitere „facts and figures“ zu sämtlichen Schweizer Spitälern.

Rotationsstellen und Curricula

Durch den modularen Aufbau der Weiterbildung im neuen Weiterbildungsprogramm kam es vor allem für angehende HausärztInnen zum vermehrten Bedarf an 6-12 monatigen Rotationsstellen in nicht allgemein-internistischen Fachgebieten.

Einige Hausarztinstitute, Kliniken oder Regionen bieten für angehende HausärztInnen zugeschnittene Curricula an, also eine mehr oder weniger fixe Reihenfolge von Rotationen durch verschiedene Fachgebiete, teilweise auch kombiniert mit Allgemeiner Innerer Medizin und/oder Praxisassistenz:

Achtung: Je nach Angebot ist man an eine Niederlassungspflicht im Kanton gebunden!

Praxisassistenz (PA)

Für angehende HausärztInnen empfiehlt es sich sehr, eine PA zu absolvieren, da nur dort Erfahrungen mit dem spezifisch hausärztlichen Patienten- und Krankheitsspektrum gesammelt werden können. Aber auch für angehende SpitalinternistInnen ist eine PA sehr lehrreich und horizonterweiternd.

Dauer der Praxisassistenz
Im neuen Weiterbildungsprogramm werden mindestens 6 Monate ambulante Allgemeine Innere Medizin, vorzugsweise Praxisassistenz, gefordert. Je nach Kategorie der Weiterbildungsstätte (I-IV) können bis maximal 2.5 Jahre ambulante Allgemeine Innere Medizin angerechnet werden. Kriterien für die maximale Anrechnungsdauer je nach Kategorie der Weiterbildungsstätten (universitäre Polikliniken bis Arztpraxis) finden Sie im Weiterbildungsprogramm Kap. 5.3.
Speziell die zweite Hälfte der Weiterbildungsphase bietet sich gut für eine PA an, grundsätzlich kann sie aber während der ganzen Weiterbildung durchgeführt werden. Die PA kann in Voll- oder Teilzeit (mindestens 50%) absolviert werden (6 Monate 100% oder z.B. 12 Monate 50%).
Je nach späterer Praxistätigkeit kann es auch hilfreich und interessant sein, eine Praxisassistenz bei einem Kinderarzt zu absolvieren. Diese wird aber je nach Anerkennung der Praxis als Fremdjahr Pädiatrie und nicht als ambulante Allgemeine Innere Medizin angerechnet.

Finanzierung
Zur Finanzierung einer Praxisassistenz existieren folgende Möglichkeiten:

  1. Viele Praxisassistenzen werden zu 100% durch den Lehrpraktiker selbst finanziert. Häufig ist dies in Wintersportgebieten mit saisonaler Arbeitsbelastung und eher bei Praxisassistenten mit bereits fortgeschrittener Weiterbildung der Fall. Der Lohn ist in diesem Fall Verhandlungssache.
  2. Die Stiftung zur Föderung der Weiterbildung in Hausarztmedizin WHM finanziert Praxisassistenzen in der ganzen Schweiz. Der Lehrpraktiker beteiligt sich finanziell am Lohn, dabei bietet die Stiftung WHM verschiedene Finanzierungsmodelle an.
  3. Alle schweizer Kantone finanzieren zwecks Unterstützung der Grundversorgung eine gewisse Anzahl von Praxisassistenzen. Eine Übersicht über die verschiedenen kantonalen PA-Programme ist auf der Infoplattform Praxisassistenz der GDK (Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren) zu finden.

Vermittlung
Je nach Finanzierungsoption (vgl. oben) werden die Praxisassistenzen über die Stiftung WHM oder die kantonalen operativen Koordinatoren vermittelt. Auch die Institute für Hausarztmedizin der jeweiligen Universitäten sind bei der Vermittung von PA-Stellen behilflich (Bern: BIHAM, Zürich: IHAMZ, Basel: IHAMB, Lausanne: IUMF, Genf: UMPR). Wer einen Lehrarzt oder eine Lehrpraxis zur Absolvierung einer PA sucht, findet hier weitere Informationen. Ein direktes Lehrärzte-Register bietet das SIWF an. Lehrärzte und Lehrpraxen müssen einige Grundvoraussetzungen erfüllen, damit sie als Lehrstätte vom SIWF anerkannt werden. LehrärztInnen müssen z.B. einen Lehrärztekurs der WHM absolvieren, um eine Assistenzärztin oder einen Assistenzarzt weiterbilden zu können.

Trägerschaft

jhas swiss-young-internists SGAIM - Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin BEKAG - Aerztegesellschaft des Kantons Bern

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Wie gefällt Ihnen myAIM?
Welche Inhalte fehlen aus Ihrer Sicht?
Haben Sie sonstige Verbesserungsvorschläge?

Teilen Sie uns Ihre Eindrücke, Wünsche und Ideen mit. Wir nehmen diese dankbar auf und prüfen, wie wir myAIM fortlaufend verbessern können.

Hier können Sie Ihre Kommentare hinterlegen.