Dr. Eliska Potlukova

Dr. Eliska Potlukova
07/2015 – bis jetzt: Oberärztin Innere Medizin, Universitätsspital Basel

Warum wurden Sie Spitalinternist?

Den Entscheid, Spitalinternistin zu werden habe ich in einer Lebensphase getroffen, in der ich mich zwischen Endokrinologie im ambulanten Setting und der Inneren Medizin in einem Universitätsspital entscheiden musste. Ich hatte vorher mehrere Jahre beides mit Freude gemacht. Obwohl ich die Endokrinologie sehr gerne habe und in dem Gebiet auch viel geforscht habe, hat schlussendlich die Innere Medizin gewonnen. Der Hauptgrund dafür war die hohe Komplexität/Vielfalt sowie der akute Aspekt der Krankheitsbilder zusammen mit der täglichen Teamarbeit und einem hohem Anteil an Teaching und Lehre. Das alles und noch viel mehr habe ich auf der Abteilung der Inneren Medizin im Spital gefunden. 

Wie erreicht man sein Ziel am erfolgreichsten?

Indem man für sich das richtige Ziel einsetzt. Man muss gut überlegen, welcher Weg für Einen selbst der beste ist. Wenn dann der Entscheid einmal gefallen ist, sollte man alles tun, um weiter zu kommen. Egal was du machst, du sollest immer dein Bestes geben.

Welche weiteren Tips würden Sie geben?

Falls man über die Karriere zum Spitalinternist nachdenkt, sollte man die folgenden Eigenschaften besitzen:

  • Interesse, im ganzen Spektrum der Inneren Medizin tätig zu sein und sich nicht nur mit einem eingeschränkten Gebiet und/oder speziellen Krankheistbildern zu befassen; trotz universitärer Tätigkeit ein „ganzheitlicher“ Arzt bleiben wollen
  • die Arbeit mit Menschen (Patienten, Mitarbeiter) mögen und mit ihnen gut kommunizieren können;
  • nicht nur viel wissen, sondern auch in grösseren Zusammenhängen denken können;
  • sich schnell entscheiden können;
  • eine gewisse Resistenz gegen Stress entwickeln und innere Ruhe auch in akuten Situationen bewahren können;
  • innerlich akzeptieren, dass man Fehler machen kann; bereit sein, aus eigenen Fehlern zu lernen, sie zu bearbeiten und mit ihnen leben zu können;
  • bereit sein, ständig was Neues zu lernen;
  • Spass an Teaching und Lehre haben, gerne Studenten und jüngere Kollegen unterrichten;
  • Schnell und effizient arbeiten können; Prioritäten richtig setzen und dann eins nach dem anderen bearbeiten können;
  • Bereit sein, teilweise auch spät am Abend und an Wochenenden zu arbeiten

Genau gleich wichtig ist aber auch der Ausgleich im privaten Leben, der nicht unter den unregelmässigen Arbeitszeiten leiden sollte. Man sollte nach Lösungen suchen, die die Arbeit als Spitalinternist/in auch mit Familie ermöglichen (Teilzeitvertrag, Tagesmutter, Grosseltern, Haushaltshilfe). 
Das alles klingt vielleicht ziemlich anstrengend. Als Belohnung bekommt man aber eine hoch spannende Arbeit, die täglich neue Herausforderungen bringt, die Spass macht und bei der es nie langweilig wird – auch nicht nach 30 Jahren Tätigkeit.

PD Dr. med. Tobias Breidthardt

PD Dr. med. Tobias Breidthardt
Leitender Arzt, Klinik Innere Medizin, Universitätsspital Basel

Warum wurden Sie Spitalinternist?

Als Spitalinternisten sehen wir täglich das gesamte Spektrum der Inneren Medizin vom einfachen grippalen Infekt bis hin zur akut lebensbedrohlichen Erkrankung. Darüber hinaus machen die individuelle Lebenssituation und die zusätzlichen Komorbiditäten jeden Patienten zu einer individuellen Herausforderung. Internationale Guidelines und interdisziplinäre Gespräch helfen für jeden Patienten die bestmöglich Therapie zu etablieren; eine one-size-fits-all Medizin gibt es jedoch nicht. Diese Bandbreite macht unsere Arbeit jeden Tag aufs Neue spannend. Ausserdem bietet die Arbeit als Spitalinternist die Möglichkeit offene klinische Fragen wissenschaftlich zu untersuchen. Der direkte Einfluss eigener wissenschaftlicher Ergebnisse auf die eigene klinische Praxis ist sehr motivierend.

Wie erreicht man sein Ziel am erfolgreichsten?

Ich persönlich bin ein Verfechter des klassischen Ausbildungswegs der nach dem Berufsanfang in einem kleinen bis mittelgrossen Spital an ein Zentrumsspital führt. Sobald sich ein langfristiges Wunsch-Arbeitsumfeld (Praxis, Spitalinternist, Spezialambulanz etc) herauskristallisiert, sollten Sie sich überlegen ob sie sich für eine Spezialisation in die Tiefe (z.B. Wissenschaft; Subspezialisation) oder in die Breite (z.B. Fremdjahre) entscheiden. „Detailkenntnisse“ in der Tiefe oder an den Rändern des eigentlichen Arbeitsumfelds erhöhen die langfristige Faszination an einem Arbeitsgebiet.

3 Welche weiteren Tips würden Sie geben?

Haben Sie Spass an Ihrer Arbeit!
Finden Sie einen Mentor und besprechen Sie regelmässig Ihre Pläne und Ideen mit Ihm/Ihr.

Dr. med. Regula Capaul

Warum wurden Sie Hausärztin?

Ich habe den Beruf schon bei Praxisvertretungen als Unterassistentin und als frisch gebackene Ärztin kennen gelernt. Von Beginn weg fasziniert hat mich die Herausforderung der Diagnostik – also die Detektivarbeit mit allen Sinnen, dem ganzen akkumulierten Wissen und kontinuierlichem Nachlesen und Lernen. Zudem beinhaltet die Tätigkeit einer Hausärztin neben der Praxistätigkeit auch Hausbesuche und das Leisten von Notfalldiensten, die eine stete berufliche Herausforderung darstellen.
Der Praxisalltag ist beim breiten Fachgebiet der Allgemeinen Inneren Medizin an sich schon sehr abwechslungsreich und kann beliebig mit speziellen Steckenpferden erweitert werden (in meinem Fall  Fähigkeitsausweise für Ultraschalldiagnostik und psychosomatischer Medizin). Die Möglichkeit der langjährigen Betreuung von Patientinnen und Patienten und deren Familien ist anspruchsvoll, aber auch befriedigend. Die Praxisarbeit kann ich mir zeitlich und vom Stil her selber gestalten, was meinem Freiheitsdrang zugute kommt. Alle diese Vorteile haben mich nach Schnuppern an verschiedenen Fachgebieten (z.B. Anästhesie mit Intensivmedizin, Radioonkologie, Pharmakologie/Toxikologie) mit Überzeugung in die Innere Medizin und die eigene Praxis geführt.

Wie erreicht man sein Ziel am erfolgreichsten?

Voraussetzung sind grosses Interesse am Fachgebiet, Offenheit bezüglich beruflichen Möglichkeiten und gute kommunikative Fähigkeiten.

Welche weiteren Tipps geben Sie?
  • Möglichst früh und oft in Hausarztpraxen hospitieren und „mitpraktizieren“. 

  • Die Ausbildung zur Allgemeinen Inneren Medizin auch geniessen, mit allen Sinnen lernen und sich nicht nur auf das Notwendige beschränken. 

  • Pflegen von Beziehungen und Hobbies, Lernen von Sprachen, Verfolgen von politischen, sportlichen und kulturellen Interessen.

Dr. med. Nadja Kos Heuer

Warum wurden Sie Hausärztin?

Weil mich die Menschen interessieren und mich die Abwechslung im hausärztlichen Alltag so oft überraschen kann. Es fasziniert mich und fordert mich immer wieder stark heraus, meine Patienten in all ihren Lebenslagen zu begleiten.

Wie erreicht man sein Ziel am erfolgreichsten?    

Für mich bedeutet erfolgreich, wenn ich meine investierte Zeit und Energie in eigene Zufriedenheit und Erfüllung umgewandelt sehe. Der erfolgreiche Weg zur Hausärztin aber ist nicht immer gerade, schnell oder direkt. Den Weg sollte man sich den eigenen Bedürfnissen und Interessen anpassen. Es kann für die weitere Tätigkeit für den einen Hausarzt sehr wichtig sein noch ein Jahr Psychosomatik zu machen, für einen Anderen ist dies Zeitverlust. Selber offen bleiben für Kritik und sich Feedbacks holen während den ersten Assistenzarztjahren kann einem bei der Entscheidungsfindung helfen.

Welche weiteren Tipps geben Sie? 
  • Eine solide Grundausbildung in Innere Medizin und Chirurgie ist in der Praxis immer noch äusserst wichtig und hilfreich.

  • Falls Familie und Beruf vereinbart werden sollen, empfehle ich den Facharzttitel nach Möglichkeit vor der Familienplanung abzuschließen. Wahlfächer kann man anschließend immer noch in Teilzeit anhängen. 

  • Bei Unsicherheiten und unklaren „Weg“ Entscheidungen kann es helfen das Gespräch mit anderen „Gleichgesinnten“ z.B. bei JHaS zu suchen. Gerade die JHaS locals sind dafür sehr geeignet.

Dr. med. Simone Krähenmann

Warum wurden Sie Spitalinternistin?

Einen Patienten in seiner Gesamtheit erfassen und behandeln, das widerspiegelt für mich die Allgemeine Innere Medizin und hat mich dazu bewogen, diesen Facharzttitel zu machen. Die Arbeit in der Akutmedizin, sei es in der Notfallstation oder in der internistischen Bettenabteilung, erlebe ich als äusserst vielseitig und faszinierend. Bei akuten und komplexen Erkrankungen sowie bei Multimorbidität eine gezielte Diagnostik durchzuführen und eine multidisziplinäre Therapie aufzugleisen, ist für mich als Spitalinternistin jeden Tag eine neue, spannende Herausforderung. In der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin am Inselspital Bern betreue ich nebst internistischen Patienten unter anderem auch Patienten auf radio-/onkologischen, pneumologischen und orthopädischen Bettenabteilungen, woraus sich für mich ein ausserordentlich breites klinisches Wirkungsfeld ergibt. Des Weiteren kann ich mich als Spitalinternistin mit der Ausbildung von Medizinstudenten, Weiterbildung von Assistenzärzten und mit klinikinternen Fortbildungen im Bereich der Medizinischen Lehre betätigen.

Wie erreicht man sein Ziel am erfolgreichsten?

Sich klar werden über die eigene Motivation für das Fachgebiet und sich ein entsprechendes Wirkungsfeld in der Allgemeinen Inneren Medizin suchen, ist essentiell. Nur mit intrinsischer Motivation und Enthusiasmus für seine Arbeit ist und bleibt man einsatzfreudig, leistungsbereit und somit auch erfolgreich. Zudem ist es wichtig, als Basis ein breites Weiterbildungscurriculum zu planen: Beginn der Weiterbildung an kleineren Spitälern, im Verlauf Wechsel an grössere Weiterbildungsstätten, Einplanung von einem oder auch mehreren Fremdjahren, um möglichst vielseitige klinische Erfahrungen zu sammeln. 

Welche weiteren Tipps geben Sie?

Planen Sie als zukünftiger Spitalinternist ein Fremdjahr in der Chirurgie und machen Sie einen Fähigkeitsausweis in Klinischer Notfallmedizin SGNOR. Dadurch erweitern Sie Ihr Wissensspektrum für die Arbeit in einer interdisziplinären Notfallstation.
Suchen Sie sich einen Mentor, der mit Ihnen eine individuelle Laufbahnplanung macht.


Genderneutrale Sprache
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in den Texten teilweise nur die männliche Form verwendet.
Die Formulierungen beziehen sich jedoch auf Angehörige aller Geschlechter.


Trägerschaft

jhas swiss-young-internists SGAIM - Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin BEKAG - Aerztegesellschaft des Kantons Bern

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Wie gefällt Ihnen myAIM?
Welche Inhalte fehlen aus Ihrer Sicht?
Haben Sie sonstige Verbesserungsvorschläge?

Teilen Sie uns Ihre Eindrücke, Wünsche und Ideen mit. Wir nehmen diese dankbar auf und prüfen, wie wir myAIM fortlaufend verbessern können.

Hier können Sie Ihre Kommentare hinterlegen.